Nationales und internationales Engagement für 1.000 Mitglieder

eco Vorstandsvorsitzender Prof. Michael Rotert im Interview

eco ist mit 1.000 Mitgliedsunternehmen der größte Verband der Internetwirtschaft in Europa und weit über die Grenzen Deutschlands bekannt – und aktiv. Wo und wie eco sich engagiert, erläutert der Vorstandsvorsitzende Professor Michael Rotert im Interview.

Herr Prof. Rotert, wie wirft eco seine Größe im europäischen beziehungsweise internationalen Umfeld in die Waagschale?

Mit dem 1.000sten Mitglied liegen wir bei deutschen Verbänden zahlenmäßig sicher im oberen Bereich, denn wir haben ja ausschließlich Unternehmen als Mitglieder. Schon vor längerer Zeit haben wir eine ständige Vertretung in Brüssel bei der europäischen Kommission eingerichtet, um das globale Umfeld unserer Mitglieder mit abzudecken. Seit Jahren sind wir auch im Europarat in Straßburg aktiv; hier geht es vor allem um die Themen Cybercrime und Menschenrechte in Verbindung mit dem Internet.

International haben wir Kontakte zu amerikanischen Verbänden, insbesondere um Mitglieder mit Geschäften zwischen Deutschland und den USA zu unterstützen. Dieses Modell sollte in Zukunft auf andere Länder ausgedehnt werden, ich denke da an Indien oder den gesamten asiatischen Raum.

Für unsere Mitglieder beteiligt sich eco aktiv bei ICANN, der ITU und natürlich am internationalen Internet Governance Forum durch Beiträge, gesonderte Berichterstattung und Interessenvertretung unserer Mitglieder.

Und wo ist eco im nationalen Bereich aktiv?

Im nationalen Bereich verstärken wir gerade unsere Präsenz in den Länderparlamenten, denn mit Bundesregierung und den entsprechenden Ministerien gibt es schon seit Langem gute Kontakte. Angefangen haben wir mit NRW und Bayern. Daneben spielt natürlich auch noch die Technik eine große Rolle, wo es direkte Kontakte und Zusammenarbeit mit Bundesnetzagentur (BNetzA) und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) gibt.

Natürlich sind wir auch am nationalen IT-Gipfel beteiligt oder bringen unsere Mitglieder schon einmal im Rundfunkrat unter (Aufsichtsgremium des WDR). Neben all diesen Aktivitäten gibt es natürlich noch eine ganze Menge an Gremien und Ausschüssen, in denen wir aktiv für unsere Mitglieder mitarbeiten, beispielsweise das Internet Governance Forum Deutschland.

Die Mitglieder profitieren aber nicht nur von der politischen Arbeit von eco. Was bietet der Verband aus Ihrer Sicht sonst noch?

Bei den bisher genannten internationalen, europäischen und nationalen Aktivitäten geht es nicht immer ausschließlich um Politik, sondern häufig auch um den Bereich zwischen Politik und Technik. Diesen kann als unabhängiger Verband in dieser Breite keiner so gut abdecken wie eco. Die Technik selbst wird natürlich über unsere Kompetenzgruppen vorangetrieben und hier versuchen wir, immer aktuell zu sein, das heißt, das ist kein statisches Angebot.

Neben dieser Arbeit gibt es natürlich noch eine Menge an Veranstaltungen, bei denen sich Mitglieder aktiv beteiligen können oder die wir sogar auf Wunsch eines Mitgliedes organisieren. Auch können unsere Mitglieder Konferenzräume mit Videomöglichkeit in Köln, Berlin und Frankfurt nutzen. Und zu guter Letzt bieten wir unseren Mitgliedern Professional Services; jüngstes Beispiel ist der eco Datenschutzbeauftrage.

Und wie können sich Mitglieder aktiv in die Verbandsarbeit mit einbringen?

Gerade in den Kompetenzgruppen gibt es die meisten Möglichkeiten für eine aktive Teilnahme von Mitgliedern. Dies wäre dann auch ganz im Sinne des einzelnen Mitgliedes, um sein Geschäft zu unterstützen.

Häufig gibt es auch von EU, Bund oder Ländern Projekte, bei denen wir auf die aktive Mitarbeit von Mitgliedern angewiesen sind – und Leistungserbringung bedeutet hierbei natürlich auch finanzielle Kompensation, je nach Projekt mehr oder weniger.

Wir würden uns aber wünschen, noch mehr für die Mitglieder tun zu können, aber dazu benötigen wir deren Input. Dies ist auch eine Form der aktiven Teilnahme. Mehr Anforderungen von Mitgliedern an den Verein, das würde ich mir für das neue Jahr wünschen – das wäre sicher auch im Sinne der nächsten 1.000 Mitglieder.